Wieviel Licht brauchen Pflanzen?

Die tägliche Beleuchtungsdauer sollte 12 - 14 Stunden betragen. Etwas länger schadet nicht; kürzere Zeiten hemmen das Pflanzenwachstum. Ein Aquarium sollte unabhängig vom Tageslicht aufgestellt werden, in einer dunklen Ecke wirkt ein Aquarium am besten. Die Pflanzen stammen fast alle aus tropischen Gebieten (auch die gezüchteten) und sind daher an gleich bleibende Verhältnisse gewöhnt. Für die Fische ist die Beleuchtungsdauer nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Hier würden 8 - 10 Stunden täglich reichen.

Eine zu schwache Beleuchtung, dafür von längerer Dauer, kann eine kürzere, starke Beleuchtung nicht ersetzen! Bei zu langer starker Beleuchtung entwickeln sich jedoch oft Grünalgen. Die Beleuchtungsdauer muss daher reduziert werden. Wenn das Licht abends um zehn Uhr erlischt und morgens um sechs Uhr angeht, so bietet sich an, über Mittag eine Pause von ein bis zwei Stunden einzulegen (über eine Schaltuhr). Das schadet Pflanzen und Fischen erwiesenermaßen nicht und die Algen verschwinden.

Beleuchtungsstärke (Lichtmenge)

Diese ist abhängig von der Art der Pflanzen, die wir pflegen wollen, von der Beckengröße, vom Lampentyp und vom Standort. Gehen wir zunächst vom Normalfall aus:

Becken: 60 x 30 x 24 cm

Standort: weit vom Fenster entfernt

Lampenart: Leuchtstoffröhren

Pflanzen: schnellwüchsige Arten

Nach der Formel (PAFFRATH): 1 Watt auf 2 Liter Beckenvolumen benötigen wir für das 40 l Becken ca. 20 Watt Lichtstärke bei Leuchtstofflampen. Es gibt zwar 20 Watt Leuchtstoffröhren, aber die sind 59 cm lang also wegen der Fassungen zu lang für das von uns gewählte 60 cm Becken. Die nächst kleinere Lampe ist eine 13 Watt Röhre von ca. 52 cm Länge. Hiervon nehmen wir zwei Stück und haben damit 26 Watt, was etwas mehr ist als geplant, aber mehr Licht ist besser als zu wenig. Die Lichtintensität von Leuchtstoffröhren nimmt ohnehin innerhalb weniger Monate ab.

Die Berechnung der Lichtmenge nach der vereinfachten Formel 1 Watt auf 2 Liter Wasser bezieht sich auf Becken mit max. 50 cm Höhe. Alle Formeln und Tabellen treffen in Ausnahmefällen und besonders für den eigenen Fall manchmal nicht zu. Deshalb werden hier für den Interessierten noch einige zusätzliche Hinweise gegeben :

Die Lichtmenge misst man in Lux. 1 Lux ist die Lichtmenge, die eine Lichtquelle von 1 Watt auf einer 1 Meter entfernten 1 qm großen weißen Fläche erzeugt. Das tropische Tageslicht hat bis zu ca. 100 000 Lux, gemessen am Mittag ohne Wolken. Bei Bewölkung und unter Bäumen geht dieser Wert auf ca. 10 000 Lux zurück. Je nach Wassertrübung und Wassertiefe empfangen die Wasserpflanzen dann noch Werte zwischen 50 und 5000 Lux (unter Bäumen). Im direkten Sonnenlicht können das aber auch die oben angeführten 100 000 Lux sein!

Pflanzen sind an die Lichtmenge sehr anpassungsfähig. Zuviel Licht können wir ihnen praktisch nicht bieten, wohl aber zuwenig! Oberflächenpflanzen brauchen grundsätzlich viel Licht (ab 2 000 Lux): Eichhornia, Salvinia, Pistia, Riesenvallisnerien, Nuphar u. a. Wasserrosen, ausgenommen Wasserfarn (Ceratopterus) der mit ca. 1000 Lux auskommt. Pflanzen des mittleren Wasserbereichs wachsen am besten im Aquarium bei 800 bis 1 800 Lux. Bodengrundpflanzen und Cryptocorynen brauchen wenigstens 100 Lux, besser bis 250 oder sogar 300 Lux.